GESCHICHTE

BEZIRKSKLINIKUM ANSBACH

Das Bezirksklinikum Ansbach kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im Jahr 1902 als "Kreisirrenanstalt" gegründet ist das heutige Bezirksklinikum Ansbach Teil des Kommunalunternehmens Bezirkskliniken Mittelfranken.

Als "Kreisirrenanstalt Ansbach" wurde das Bezirksklinikum Ansbach am 28. Juni 1902 eröffnet. Anfangs wurden die Patientinnen und Patienten zwar betreut, waren aber mehr oder weniger sich selbst überlassen. Das Gelände befand sich außerhalb der Stadt und konnte den Patienten alle zur Selbstversorgung notwendigen Einrichtungen, beispielsweise einen Gutshof oder eine Wäscherei, bieten. 

Im Jahre 1911 wurde die Kreisirrenanstalt in die "Heil- und Pflegeanstalt", kurz "Hupfla", umbenannt. Dieser Name ist zum Teil bis heute bei der älteren Ansbacher Bevölkerung in Gebrauch.

Nach und nach verbesserte sich die Betreuung der Patientinnen und Patienten. Sie konnten im Garten oder auf den Feldern mitarbeiten, Feste wie Weihnachten feiern sowie Theater- und Kinovorführungen auf dem Gelände besuchen.

Pflegekräfte der Anstalt wohnten ebenfalls auf dem Gelände, meist sogar in separaten Zimmern auf den Stationen. Sie standen also Tag und Nacht als Bezugspersonen der Anstaltsbewohner zur Verfügung. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war es sogar üblich, dass der Anstaltsleiter der Heirat einer Pflegerin zustimmen musste, da diese als Verheiratete, nach damaliger Ansicht, nicht gleichzeitig ihre Tätigkeit in der gewohnten Form ausüben und eine Familie versorgen konnte.

Im Jahr 1917 wurde der zweite Bauabschnitt mit der Errichtung fünf weiterer Häuser abgeschlossen.

Wie in ganz Deutschland wurden auch in Ansbach zwischen 1939 und 1945 schreckliche Gräueltaten an psychisch kranken Menschen verübt. Im Rahmen der T4-Aktion, besser bekannt als "Euthanasieprogramm", wurden in den Jahren 1940 und 1941 900 Schutzbefohlene, psychisch Kranke und geistige Behinderte mit Bussen in Tötungsanstalten deportiert.

1941 richtete der "Reichsauschuss zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden" eine Kinderfachabteilung in Ansbach ein. Entgegen der Annahme, diese könnte für die Kinder Heilung bedeuten, brachte sie ihnen den Tod. Von 306 Kindern starb die Hälfte an Unterernährung oder der Zufuhr von Beruhigungsmitteln.

Auch der Hungerkosterlass forderte in Ansbach ab Ende 1942 1200 Menschenleben. Alte und gebrechliche Patienten, die in den Augen der Nationalsozialisten "nutzlos" waren, starben an den Folgen mangelhafter Ernährung. Die Patienten blieben auch vom "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" nicht verschont. Ab 1943 wurden 350 Zwangssterilisationen durchgeführt.

Um all den Menschen zu gedenken, die den Gräueltaten der NS-Zeit zum Opfer gefallenen sind, findet jedes Jahr am Totensonntag ein Gottesdienst in unserer Kirche statt.

Außerdem erinnern eine Gedenktafel sowie ein Mahnmal an die Opfer des Euthanasieprogramms. Das Mahnmal wurde von der Nürnberger Künstlerin Meide Büdel entworfen. So wurde ein Ort geschaffen, der zur Erinnerung und zum Nachdenken einlädt.

Weitere Gedenkorte auf dem Klinikgelände, die ebenfalls mit dem Euthanasieprogramm in Verbindung stehen, sehen Sie in unserem Wegweiser Gedenkorte Ansbach.

Nach dem Krieg wurde das Behandlungsspektrum erweitert, 1948 eröffnete dann die neurologische Abteilung. Ab den 50er Jahren verbesserte sich die Versorgung der Patienten durch die Verwendung von Psychopharmaka. 1966 wurde die Anstalt in das "Bezirkskrankenhaus" umbenannt. In den 70ern stellte man erstmals Psychiater und Sozialpädagogen ein, so dass sich die Verwahranstalt immer mehr zu einer Fachdisziplin mit speziellen Diagnostiken und Therapien entwickelte. Nach und nach folgte die Errichtung von zahlreichen Fachabteilungen für bestimmte Krankheiten. 1996 wurde zudem das Soziotherapeutische Wohnheim auf dem Klinikgelände in Ansbach errichtet.

2002 erhielt das Krankenhaus den Namen "Bezirksklinikum Ansbach", bis es 2005 schließlich Teil des neuen Kommunalunternehmens "Bezirkskliniken Mittelfranken" wurde.

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Bezirksklinikum Ansbach
Feuchtwanger Straße 38
91522 Ansbach
Telefon 0981 4653-0 (Zentrale)

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Kaufmännischer Leiter Ansbach
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