Wo ist die Grenze?

Anti-Stigma-Kampagne der Bezirkskliniken Mittelfranken

Menschen mit einer psychischen Erkrankung und ihre Angehörigen, aber auch psychiatrische Einrichtungen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begegnen immer noch vielen Vorurteilen. Im Rahmen einer crossmedialen Kampagne wollen die Bezirkskliniken Mittelfranken zeigen, dass psychische Erkrankungen zum Alltag dazu gehören und jeden treffen können. 

Unsere Kampagne soll

  • auf psychische Krankheiten aufmerksam machen, darüber aufklären und Hilfsangebote aufzeigen.
  • die Öffentlichkeit zum Nachdenken, Diskutieren, und auf lange Sicht hin zum Umdenken anregen.
  • die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirkskliniken Mittelfranken sowie Betroffene und deren Angehörige in der Gewissheit bestärken: Wir sind nicht allein!

Eine starre Grenze zwischen „normal und verrückt“ bzw. „psychische gesund oder krank“ gibt es nicht. Wir wollen, dass sich die Betrachter mit dieser Grenze  beschäftigen, und wir wollen weg von der Schwarz-Weiß-Malerei. Die Übergänge sind fließend.

Wenn man die Grenze überschritten hat, kann man auch wieder zurück. Die Grenze ist in beide Richtungen durchlässig. Ziel wäre es somit auch, die Grenzen im Kopf und in der Gesellschaft zu verändern, um psychische Erkrankungen als einen normalen Teil des Lebens wahrzunehmen.

Die Bilder drehen sich im Wesentlichen um die Krankheitsbilder aus dem Bereich der Depression/Burn-Out, der Sucht und der Essstörungen. Diese Krankheitsbilder wurden gewählt, da hier durch die Bildsprache auf Anhieb verständliche Eindrücke entstehen.

Die komplexen Facetten von psychischen Erkrankungen kann die Kampagne weder für diese Krankheitsbilder noch für fotografisch schwieriger darstellbare Erkrankungen abbilden. Daher ist ein wichtiges Ziel der Kampagne auf psychische Erkrankungen aufmerksam zu machen und die Diskussion und das Interesse anzuregen.

Die gezeigten Bilder und Erkrankungen sind somit stellvertretend für alle psychischen Erkrankungen zu sehen.

Motive

Im Oktober 2016 starteten wir unsere Anti-Stigma-Kampagne „Wo ist die Grenze?“. Auf großen Plakatwänden und in City-Light-Poster-Vitrinen in Nürnberg, Fürth, Erlangen, Ansbach, Weißenburg, Neustadt an der Aisch sowie im Nürnberger Land waren die auffälligen und provokanten Motive der Kampagne zu sehen. Diese Plakatkampagne wurde im Frühjahr und Herbst 2017 wiederholt. Insgesamt gibt es fünf Motive.

Stigmatisierung passiert auch durch Wegschauen und Ignorieren. Wir aber wollen, dass die Menschen hinschauen und mit den eigenen Vorurteilen und Vorstellungen konfrontiert werden.

Nein. Eine klare Bildsprache erhöht die Aufmerksamkeit. Dies macht Stigmatisierungen bewusst und fördert die Diskussion. Jeder kennt aus der eigenen Familie, dem Freundes- oder Bekanntenkreis Menschen, die psychisch erkrankt sind oder die sich an der Grenze zu einer Erkrankung bewegen.

Die Bilder zeigen daher das, was alle kennen und fordern dazu auf, hinzusehen. Eine Form der Stigmatisierung ist es nämlich auch, psychische Kranke zu ignorieren, so zu tun, als wenn es sie nicht gibt. Dabei sind psychische Erkrankungen Teil des Alltags und das zeigen wir.

Mit diesen drei Motiven starteten wir unsere Anti-Stigma-Kampagne.

Veranstaltungen

Ein wichtiges Ziel der Kampagne ist die Aufklärung über psychische Erkrankungen. Dazu gehört, dass Betroffene und Angehörige, aber auch die Öffentlichkeit allgemein über Entstehung, Symptome sowie Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Dieses Ziel verfolgen wir im Rahmen verschiedener Veranstaltungen.

Im Frühjahr und Herbst zum Beispiel findet an drei bis vier aufeinanderfolgenden Wochen die Vortragsreihe "Seelische Gesundheit im Gespräch" im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg statt. Dabei informieren Ärzte und Psychologen der Kliniken über psychische Erkrankungen und stehen anschließend für Fragen zur Verfügung. 

Im Zeitraum Februar / März veranstalten die Bezirkskliniken regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Krisendienst Mittelfranken und den Sozialpsychiatrischen Diensten sowie unter der Schirmherrschaft von Bezirkstagspräsident Richard Bartsch die "Irren Nächte in Mittelfranken". Dabei wird in rund 20 Kinos in Mittelfranken ein Spielfilm gezeigt, der eine psychische Erkrankung zum Thema hat. Anschließend beantworten Sozialpädagogen, Ärzte und Psychologen die Fragen des Publikums. 

Gezeigte Filme waren bisher "Fräulein Schneider steckt fest", "Mängelexemplar" und "Hirngespinster".

Alle Veranstaltungstermine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Erklärvideos

Depression, Sucht und Psychose: Diese psychischen Erkrankungen stehen jeweils im Mittelpunkt unserer Erklärvideos. Die kurzen Clips sind einzigartig, denn Informationen über psychische Erkrankungen finden sich im Netz in dieser Form nicht. Zwar existiert eine Vielzahl von Websites, Foren und auch Videos – jedoch nur als längere Reportage oder Fernsehbericht.

Die Filme dauern 90 Sekunden und fassen in dieser Zeitspanne kurz und prägnant die wichtigsten Punkte der Krankheit zusammen: Wie erkenne ich sie? Wo und wie bekommen Betroffene Hilfe? Dabei wird auf einen Realdreh mit Schauspielern verzichtet. Animierte Figuren im Stil einer Zeichnung führen den Betrachter durch die Erzählung. 

Die Erklärvideos sind auf dieser Webseite und auf dem Youtube-Kanal der Bezirkskliniken Mittelfranken zu sehen. Darüber hinaus laufen sie im April 2018 auch als Vorfilme in verschiedenen mittelfränkischen Kinos. 

Der Erklärfilm „Depression“ wird vom 05.04. bis zum 18.04., der Erklärfilm „Sucht“ vom 19.04. bis 02.05. in folgenden Kinos bei jeder Vorstellung im Werbeblock zu sehen sein:

• Ansbach: Capitol 1 und 5...
• Erlangen: Manhattan Deluxe 2 und Cine Star 2
• Fürth: Metroplex 1
• Neustadt Aisch: CINEA 1
• Nürnberg: Cinecitta 1,3,11,19 3D sowie Admiral 1 und 5
• Weißenburg: Regina 

Alle Filme finden Sie auf dieser Webseite (rechte Spalte) und unserem Youtube-Kanal.

Auszeichnung

Im Oktober 2017 wurden die Bezirkskliniken Mittelfranken beim Kongress Klinikmarketing in Berlin für die Kampagne "Wo ist die Grenze?" mit dem "Silbernen Sonderpreis der Jury" ausgezeichnet. 

Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und würdigt Marketing- Leistungen deutschsprachiger Krankenhäuser. Eine international besetzte Jury des "Klinik Award" bewertet die eingegangen Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und entscheiden dann über die Preisträger. 

Hol dir Hilfe!

Informationen zu psychiatrischen Erkrankungen, ein Schnelltest zur Depression, Erklärfilme, die in 90 Sekunden verschiedene psychiatrische Krankheitsbilder erklären: das alles finden Sie in der Rubrik "Hol dir Hilfe!".

Diagnosen und Hilfsangebote

Informationen zu den verschiedenen psychiatrischen Krankheitsbildern sowie zu konkreten Ansprechpartnern für Hilfsangebote:

Schnelltest Depression

Es ist nicht immer einfach zu erkennen, wann ein bestimmtes Verhalten normal und wann krankhaft ist. Bei psychischen Krankheiten gibt es aber häufig Anzeichen, die man ernst nehmen sollte. So zum Beispiel bei der Depression. Machen Sie den Online-Schnelltest und überprüfen Sie selbst, ob Sie bereits Anzeichen für eine Depressionserkrankung haben:

Erklärfilme

Kontakt

Informationen zur Kampagne erhalten Sie hier:

Bezirkskliniken Mittelfranken
Marketing und Kommunikation
Feuchtwanger Straße 38
91522 Ansbach
pressestelle‎@‎bezirkskliniken-mfr.de