Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom) gilt als häufigste Verhaltensstörung bei Kindern und Jugendlichen. Rund ein Drittel der Patienten behalten die Verhaltensauffälligkeiten jedoch auch noch im Erwachsenenalter.

Bei ADHS handelt es sich um eine neurobiologische Funktionsstörung. Einzelne genetische Veränderungen spielen eine bedeutsame Rolle. Hinzu kommen andere Einflussfaktoren wie Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen oder auch Umwelteinflüsse, zum Beispiel belastende Familiensituationen.

Menschen mit ADHS haben ein erhöhtes Risiko, zusätzliche psychische Störungen zu entwickeln. Kinder leiden oft unter Störungen des Sozialverhaltens, Jugendliche haben möglicherweise Probleme mit Alkohol und Drogen und bei Erwachsenen können Persönlichkeitsstörungen, Angststörungen sowie Depressionen und bipolaren Störungen hinzukommen.

Die drei Hauptmerkmale von ADHS bei Kindern sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Die Erkrankung wird bei einigen bereits im Kleinkindalter deutlich und ist meist spätestens mit Beginn der Schulzeit erkennbar.

Im Erwachsenenalter verändert sich die Krankheit. Die verminderte Aufmerksamkeit und Impulsivität bleibt meist bestehen, während sich die Hyperaktivität oft vermindert. Viele Erwachsene fühlen sich dann aber innerlich ruhelos und getrieben.

Aufgrund der Stoffwechsel- und Funktionsstörungen im Gehirn sind die Betroffenen nur eingeschränkt in der Lage, ihre Aufmerksamkeit auf eine Sache zu konzentrieren, sie leiden an verminderter Konzentrationsfähigkeit und gelegentlich an starken Stimmungsschwankungen.

Die charakteristischen Verhaltensauffälligkeiten bei ADHS sind dank verschiedener Therapiemöglichkeiten vielfach gut behandelbar. Je nachdem, wie stark das Syndrom ausgebildet ist und wie sehr es die Lebensführung der Betroffenen beeinträchtigt, können psychosoziale, pädagogische oder psychotherapeutische Maßnahmen ergriffen werden.

Manchmal ist auch eine medikamentöse Unterstützung notwendig, damit andere Behandlungsformen überhaupt erfolgreich eingesetzt werden können. Ziel der Therapie ist es, die Lebensqualität aller Beteiligten (auch der Angehörigen) zu verbessern.

Als Sorgeberechtigter wenden Sie sich an die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Ansbach. In unserer Institutsambulanz können Sie selbst einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren, zu dem Sie gemeinsam mit Ihrem Kind kommen. Es gibt dort die Möglichkeit, die Krankheit zu diagnostizieren und zu behandeln. Sie können Ihr Kind sowohl ambulant als auch bei Bedarf in der Tagesklinik oder auf Station behandeln lassen.

Als erwachsener Betroffener wenden Sie sich an die Ambulanzen an unseren Standorten. Dort werden alle psychischen Störungen behandelt. In Erlangen bietet die Ambulanz eine spezielle ADHS-Gruppe an. Betroffene erlernen dort zum Beispiel Strategien zur besseren Organisation und Impulskontrolle.

Die Bezirkskliniken Mittelfranken bieten Anlaufstellen an sechs Standorten. Terminabsprachen für die ambulante Diagnostik sind in den psychiatrischen Institutsambulanzen der drei Kliniken (Ansbach, Erlangen und Engelthal) sowie in den Außenstellen (Fürth, Neustadt an der Aisch und Weißenburg) möglich.

In Ansbach haben wir zusätzlich eine eigene Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Behandlungsangebot

Je nach Schwergrad der Erkrankung sind ambulante, tagesklinische oder stationäre Behandlungen möglich. Hier finden Sie eine Übersicht unserer Behandlungsarten

Ihre erste Anlaufstelle bei den Bezirkskliniken Mittelfranken sind die Institutsambulanzen. So erreichen Sie unsere Ambulanzen:

Behandlungsorte

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