ESSSTÖRUNG

Mit dem Begriff Essstörung bezeichnet man eine Verhaltensstörung, bei der sich Betroffene ständig gedanklich und emotional mit dem Thema „Essen“ beschäftigen. Ernsthafte Essstörungen können zu starken körperlichen Schäden bis hin zur Lebensgefahr führen.

Gesellschaftliche Bedingungen (z. B. schlankes Schönheitsideal) können ebenso eine auslösende Rolle spielen wie zum Beispiel ein zu geringes Selbstwertgefühl oder Konflikte in der Familie. Unbewusst wird über die Steuerung des Essverhaltens versucht, innere Konflikte zu lösen und Stress zu bewältigen.

Sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche, egal welchen Geschlechts, können betroffen sein.

  • Anorexie (Magersucht): Die Betroffenen führen durch ihr Essverhalten und häufig exzessiven Sport absichtlich ein Untergewicht herbei. Sie nehmen ihren Körper verzerrt wahr und haben trotz Untergewicht panisch Angst davor, dick zu werden.
  • Bulimie: Die Betroffenen wollen ihr Gewicht durch Erbrechen niedrig halten. Als Kompensation entwickelt der Körper jedoch Heißhungeranfälle. So entsteht ein Teufelskreis aus Essanfällen und Erbrechen.
  • Binge-Eating-Disorder: Die Betroffenen leiden unter häufigen Essanfällen, die durch das schnelle Essen großer Nahrungsmittelmengen gekennzeichnet sind. Sie erleben hierbei einen Kontrollverlust und können das Essen nicht stoppen. Sie sind häufig stark übergewichtig.

Im Zentrum stehen psychotherapeutische Verfahren. Bei bestimmten Essstörungen sind regelmäßiges Wiegen sowie die Unterstützung bei einer ausgewogenen Ernährung wichtig. Essstörungen können ambulant behandelt werden.

Im Klinikum am Europakanal in Erlangen gibt es beispielsweise eine spezielle Essstörungs- und Emotionsgruppe, in der die Patientinnen und Patienten ein regelmäßiges und angemessenes Essverhalten üben, sowie Fähigkeiten zur Emotionsregulierung und zum eigenen Körperbild schulen können.

Insbesondere bei starker Magersucht ist eine stationäre Behandlung jedoch oft als lebenserhaltende Maßnahme notwendig. Bei Kindern und Jugendlichen schließen die Behandlungskonzepte auch die Beratung und Unterstützung der Sorgeberechtigten mit ein.

Ihre erste Anlaufstelle kann der Haus- oder Facharzt sein. Sie können aber auch direkt mit einer unserer Institutsambulanzen Kontakt aufnehmen. In der Ambulanz bekommen Sie einen Termin für ein Vorgespräch.

Dabei wird dann geklärt, ob eine ambulante, tagesklinische oder stationäre Behandlung für Sie das Richtige ist. Sprechen Sie als Angehöriger den Betroffenen auf mögliche Behandlungsangebote an.

Die Bezirkskliniken Mittelfranken bieten Anlaufstellen an sechs Standorten. Terminabsprachen für die ambulante Diagnostik sind in den psychiatrischen Institutsambulanzen der drei Kliniken (Ansbach, Erlangen und Engelthal) sowie in den Außenstellen (Fürth, Neustadt an der Aisch und Weißenburg) möglich.

In Ansbach gibt es eine eigene Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hilfreich können auch Beratungsstellen sein, wie beispielsweise die Kontaktgruppe „Strohhalm“ in Ansbach, „Netzwerk Essstörungen Erlangen“ oder „dick und dünn Nürnberg“.

Behandlungsangebot

Je nach Schwergrad der Erkrankung sind ambulante, tagesklinische oder stationäre Behandlungen möglich. Hier finden Sie eine Übersicht unserer Behandlungsarten

Ihre erste Anlaufstelle bei den Bezirkskliniken Mittelfranken sind die Institutsambulanzen. So erreichen Sie unsere Ambulanzen:

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