Platz für Lebensmutige

Wir stellen vor: Ceren Şen, Assistenzärztin in den Bezirkskliniken Mittelfranken

Als Ärztin Menschen in Not zu helfen - dieses Ziel hat Ceren Şen sich bereits als Schülerin gesetzt. Jetzt lebt die 28-Jährige ihren Berufstraum in der Metropolregion. Seit 2016 arbeitet sie als Stationsärztin in den Bezirkskliniken Mittelfranken, deren Schwerpunkte in den Bereichen der Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Neurologie sowie der Neurologischen und Geriatrischen Rehabilitation liegen. In Ansbach unterstützt die in Izmir geborene Medizinerin Drogenabhängige beim Entzug und kämpft für die Entstigmatisierung der Psychiatrie.

Traumberuf Psychiatrie

Schon als Kind weiß Ceren Şen, Jahrgang 1990, genau, was sie will: Ärztin werden, um Menschen zu helfen. Dabei kennt sie den Klinikalltag aus erster Hand: „Meine Mutter hat als Nachtschwester gearbeitet, und ich habe oft bei ihr im Krankenhaus übernachtet.“ Ihr Berufsziel setzt die Koordinaten, an denen Ceren Şen ihren Bildungsweg ausrichtet: Grundschulzeit in Izmir, Wechsel an das Deutsche Gymnasium in Istanbul, Medizinstudium in Izmir. 2014 ermöglicht ihr das Erasmusprogramm die Famulatur in Heidelberg, zu der auch ein zweimonatiges Praktikum in der Psychiatrie gehört. Für die junge Ärztin steht nun fest, dass sie in dieser Disziplin arbeiten will. Und zwar in Deutschland: „Hier hat die Facharztausbildung einen besonders guten Ruf.“

Zurück in Izmir arbeitet Ceren Şen ein Jahr als Notärztin und spart für einen Sprachkurs in Deutschland, denn sie will ihren Medizin-Wortschatz perfektionieren. Die besten Konditionen bietet der sechsmonatige Lehrgang des in Nürnberg ansässigen VIA Instituts, der Ceren Şen 2015 in die Metropolregion lockt: „Nürnberg hat mir von Anfang an total gut gefallen.“

Bezirkskliniken punkten mit einem breiten medizinischen Leistungsspektrum

Noch während des Sprachkurses bewirbt sich Ceren Şen als Assistenzärztin bei den Bezirkskliniken in Mittelfranken - mit 1.700 Betten und Behandlungsplätzen an neun Standorten ist die Einrichtung eines der größten Klinikunternehmen in der Region. Zwei Wochen hospitiert sie in Ansbach - und ist begeistert vom umfassenden medizinischen Leistungsspektrum, das alle Bereiche der Psychiatrie, Neurologie und Geriatrischen Rehabilitation abdeckt: „Man lernt viele Arbeitsfelder kennen - von der Gerontopsychiatrie bis zur Suchttherapie.“ Ebenso angetan ist die junge Ärztin von der Atmosphäre: „Ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Ein paar Kollegen schickten mir gleich WhatsApp-Nachrichten und haben mich ermutigt, hier anzufangen.“

Heute ist die 28-Jährige als Stationsärztin am Standort Ansbach auf der Drogenentgiftungsstation tätig und befindet sich im zweiten Jahr ihrer Qualifizierung zur Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie will ihren Teil dazu beitragen, die Psychiatrie von ihrem Stigma zu befreien: „Eine offene Herangehensweise kann die Haltung der Gesellschaft gegenüber psychisch Kranken verändern.“ Zu diesem Engagement passen die drei Markenbotschaften der Bezirkskliniken: „Lebensmutig, selbstbestimmt, stark“, die auch eine passende Überschrift für Ceren Şens Lebensweg abgeben würden.

Bislang hat die temperamentvolle Frau die Entscheidung für die Fachrichtung Psychiatrie nie bereut, im Gegenteil: „Besonders reizvoll finde ich die Verbindung aus Wissenschaft und Emotionen. Hinzu kommt, dass jeder Patient eine andere Geschichte mitbringt. So erfordert jede Therapie einen individuellen Ansatz.“ Auch deshalb ist der Berufsalltag eine enorme fachliche und mentale Herausforderung. Um diese zu meistern, unterstützen die Bezirkskliniken die angehenden Fachärzte: „Wir haben hier exzellente Weiterbildungsangebote“, so Ceren Şen. Dazu zählen interne Seminare und Fallkonferenzen sowie die Möglichkeit, an externen Fachkonferenzen und Kongressen teilzunehmen.

„Ich wurde sehr herzlich aufgenommen“

Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen bietet der Assistenzärztin, die im Personalwohnheim auf dem Klinikgelände lebt, nicht nur intellektuellen Input, sondern auch einen emotionalen Anker: „Wir sind hier wir eine große Familie - einer ist für den anderen da.“ Das den Franken nachgesagte eher spröde Naturell kann sie nicht bestätigen: „Es ist nicht schwierig, Kontakte zu knüpfen.“ Anfangs hatte sie allerdings Probleme mit einer Sprachbarriere der besonderen Art: „Keiner hat mich gewarnt, dass hier noch eine Fremdsprache gesprochen wird“, erinnert sie sich lachend an ihre erste Kontakte mit dem hiesigen Dialekt. Als sie ein heftig fränkelnder Kollege einarbeitet, zweifelt sie ernsthaft an ihrem Deutsch-Wortschatz. „Aber als eine Oberärztin aus Norddeutschland auch wenig verstanden hat, war ich beruhigt, dass es wohl nicht nur an mir liegt.“

Als Ausgleich zu ihrem anspruchsvollen Dienst zieht es Ceren Şen in die Natur zum Wandern und Radfahren: „Grün beruhigt.“ Sie schwärmt von den Landschaften der Metropolregion mit ihren vielfältigen Sportangeboten: „Bei einem Ausflug ins Fichtelgebirge war ich sogar Skifahren.“ Sogar einen kleinen Ersatz für das Mittelmeer, das Ceren Şen seit Kindertagen in Izmir vertraut ist, konnte sie in der Metropolregion finden. Die 28-Jährige zieht es häufig ins Fränkische Seenland, wo sie die Kombination aus Wasser und grüner Vegetation mit allen Sinnen genießt: „Wasser ist mein Element.“

Szene-Flair und Natur pur – Metropolregion bietet das Beste zweier Welten

Wer seinen Lebensmittelpunkt von der quirligen 4-Millionen-Metropole Izmir in die 40.000-Einwohner-Stadt Ansbach verlagert, lässt sich auf eine ganz neue Erfahrung ein: „Am Anfang war das schon eine Umstellung“, meint Ceren Şen im Rückblick. Inzwischen weiß sie die Ruhe zu schätzen: „Ich kann mich hier sehr gut erholen und auf meine Arbeit fokussieren.“ Und wenn ihr der Sinn nach Großstadtleben steht, liegt Nürnberg nur 41 S-Bahn-Minuten entfernt. Die kurzen Distanzen, die sich dank Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) auch ohne Auto schnell und einfach zurücklegen lassen, sieht sie als großes Plus der Metropolregion. Mit ihren Freundinnen fährt Ceren Şen am Wochenende oft nach Nürnberg zum Shoppen und Ausgehen. Besonders der Stadtteil Gostenhof hat es ihr angetan: Hier stöbert sie gern abseits der Mainstream-Einkaufsmeilen in kleinen Läden und Vintage-Boutiquen und entspannt in Szene-Cafés.