Ansbach – Die Bezirkskliniken Mittelfranken haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem Defizit von 5,8 Millionen Euro abgeschlossen. Der Verwaltungsrat hat in seiner aktuellen Sitzung den Jahresabschluss verabschiedet und den Vorstand entlastet.
Trotz des Jahresfehlbetrags bleibt die wirtschaftliche Basis der Bezirkskliniken Mittelfranken stabil. Das operative Geschäft konnte weitgehend ausgeglichen geführt werden. Das negative Ergebnis zeigt jedoch, wie angespannt die wirtschaftliche Lage vieler kommunaler Krankenhäuser ist. Notwendige Investitionen und neue gesetzliche Vorgaben belasten die Einrichtungen spürbar. Interne Maßnahmen und effizientere Abläufe können diese Entwicklung abfedern, aber nicht vollständig ausgleichen.
„Die kommenden Jahre werden wirtschaftlich herausfordernd“, sagt Stinne Fronius, Kaufmännische Vorständin der Bezirkskliniken Mittelfranken. „Wir werden Mittel gezielt einsetzen, Investitionen klar priorisieren und Abläufe weiter verbessern. Unser Ziel ist und bleibt unverändert: eine verlässliche, wohnortnahe Versorgung der Menschen in Mittelfranken.“
Modernisierung als zentrale Aufgabe
Die Bezirkskliniken halten trotz angespannter Rahmenbedingungen an wichtigen Investitionen fest. Im Mittelpunkt steht vor allem die bauliche Modernisierung der Klinikstandorte.
Am Klinikum am Europakanal in Erlangen kommt der Generalausbau planmäßig voran – das erste Stations- und Patientengebäude nimmt 2027/2028 den Betrieb auf. Auch die neue Psychosomatische Fachklinik Altmühltal in Treuchtlingen wird Ende 2026 eröffnen und eine Versorgungslücke in Mittelfranken schließen. Diese Investitionen sichern eine Behandlung nach modernen fachlichen Standards und stärken die regionale Versorgung.
„Psychiatrische und psychosomatische Versorgung wird oft zuerst als Kostenfaktor gesehen. Dabei hilft sie Menschen, wieder Halt zu finden und am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilzunehmen“, sagt Dr. Matthias Keilen, Vorstand Medizin der Bezirkskliniken Mittelfranken. „Wer in Gesundheit investiert, stärkt letztlich die wirtschaftliche Stabilität einer Region – und damit die Region selbst.“
Verlässliche Finanzierung bleibt entscheidend
Mit Sorge blicken die Bezirkskliniken Mittelfranken auf das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die Bundesregierung will damit die Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen stabilisieren und steigende Beiträge begrenzen. Aus Sicht der Bezirkskliniken darf dieses Ziel aber nicht dazu führen, dass Krankenhäuser mit steigenden Kosten allein gelassen werden.
„Stabile Krankenkassenbeiträge sind wichtig“, sagt Bezirkstagspräsident und Verwaltungsratsvorsitzender Peter Daniel Forster. „Aber Kliniken brauchen verlässliche Mittel für Personal, Modernisierung und regionale Versorgung. Fehlen diese Mittel, geraten genau die Angebote unter Druck, auf die viele Menschen angewiesen sind.“
Nach Einschätzung der Bezirkskliniken droht das geplante Gesetz, die Probleme zu verschärfen. „Wenn Krankenhäuser weiter ins Defizit geraten, müssen am Ende die kommunalen Träger einspringen“, betont Peter Daniel Forster. „Das trifft Städte, Landkreise und Bezirke. Wir brauchen eine Lösung, die Krankenkassenbeiträge stabil hält, ohne die Krankenhäuser weiter zu schwächen.“
Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor zusätzlichen finanziellen Belastungen. Würden Finanzmittel begrenzt, ohne den Kliniken zugleich echte Spielräume für wirtschaftlichere Strukturen zu geben, steige der Druck weiter. Aus Sicht der Bezirkskliniken braucht es deshalb eine Finanzierung, die sowohl die Beitragsstabilität als auch eine verlässliche Versorgung sicherstellt.
Über die Bezirkskliniken Mittelfranken
Die Bezirkskliniken Mittelfranken versorgen Menschen mit psychischen Erkrankungen, Suchterkrankungen oder neurologischen Erkrankungen. Die Angebote reichen von ambulanter und tagesklinischer Behandlung bis zur stationären Versorgung. Die rund 3.300 Mitarbeitenden sind für Patientinnen und Patienten in neun Kliniken, zwölf psychiatrischen Institutsambulanzen, neun Tageskliniken und zwei sozialpsychiatrischen Einrichtungen da. Das Spektrum reicht von Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik über Kinder- und Jugendpsychiatrie, Suchtmedizin und Forensische Psychiatrie bis zu Geriatrischer Rehabilitation, Neurologie und Neurologischer Rehabilitation.
