Erlangen – Das Klinikum am Europakanal in Erlangen hat am Freitag, 26.06.2026, den Inklusionspreis JobErfolg 2026 erhalten. Mit der Auszeichnung würdigt der Freistaat Bayern Arbeitgeber, die sich für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung und chronisch erkrankten Menschen engagieren.
Das Klinikum am Europakanal zeigt, wie Inklusion im Arbeitsleben gelingen kann. Menschen mit Behinderung arbeiten dort in vielen Bereichen und Berufsgruppen – unter anderem im Service, in der Hauswirtschaft, im ärztlichen Dienst und in der psychologischen Ausbildung.
Eine besondere Rolle nimmt dabei die Teilhabe gehörloser und hörgeschädigter Mitarbeitender ein. Im Klinikum am Europakanal arbeiten sie in einem Umfeld, das seit vielen Jahren auf barrierearme Kommunikation ausgerichtet ist. So unterstützen beispielsweise Gebärdensprachdolmetschende bei Mitarbeiterversammlungen, Besprechungen und Fortbildungen.
Birgit Schuppener, Inklusionsbeauftragte der Bezirkskliniken Mittelfranken, ist die zentrale Ansprechpartnerin für berufliche Teilhabe und Gleichstellung im Klinikverbund. Für sie würdigt der Preis nicht nur das Engagement des Klinikums am Europakanal, er steht auch für den gemeinsamen Anspruch der Bezirkskliniken Mittelfranken.
„Der Preis ist eine wertvolle Anerkennung für die vielen Menschen, die Inklusion bei uns jeden Tag möglich machen. Er zeigt, was entstehen kann, wenn Vielfalt im Alltag gelebt wird und Menschen einander offen begegnen“, sagt Birgit Schuppener.
Inklusion im Klinikverbund
Die Zahlen unterstreichen, welche Bedeutung berufliche Teilhabe im Klinikverbund hat. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit lag die Beschäftigungsquote schwerbehinderter und gleichgestellter Menschen 2024 bundesweit bei 4,7 Prozent. Die Bezirkskliniken Mittelfranken lagen 2024 mit 11,4 Prozent deutlich darüber. Im Mai 2025 arbeiteten rund 400 schwerbehinderte oder gleichgestellte Mitarbeitende im Klinikverbund – bei insgesamt mehr als 3.200 Mitarbeitenden.
Hinter diesen positiven Werten stehen feste Ansprechpersonen und klare Strukturen. Dazu gehören eine Inklusionsvereinbarung, ein etabliertes Betriebliches Eingliederungsmanagement, eine Schwerbehindertenvertretung und eine Inklusionsbeauftragte.
Doch das allein genügt nicht. Erfolgreiche Inklusion braucht auch unkomplizierte Lösungen und die Bereitschaft, flexibel zu reagieren. „Entscheidend ist die Frage: Was braucht eine Kollegin oder ein Kollege, um gut arbeiten zu können?“, sagt Birgit Schuppener. „Manchmal ist es ein barrierearm gestalteter Arbeitsplatz, manchmal eine technische Hilfe, manchmal Unterstützung bei einer Fortbildung. Wichtig ist, dass wir miteinander reden und gemeinsam schauen, was im Arbeitsalltag wirklich hilft.“
Inklusionspreis JobErfolg
Der Inklusionspreis JobErfolg wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gemeinsam mit dem Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung verliehen. Er zeichnet Arbeitgeber aus, die sich beispielhaft für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung engagieren.
