Nürnberg, 30.07.2024: Eine Substitutionsbehandlung kann drogenabhängigen Menschen helfen, ein relativ normales Leben zu führen. Um diese Therapie mehr Betroffenen zugänglich zu machen, hat die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) als Substitutionsambulanz neue, größere Praxisräume am Plärrer in Nürnberg bezogen. Dadurch kann sie ihre Kapazitäten erweitern und die Versorgungsqualität verbessern. Die PIA in Nürnberg ist eine Außenstelle der Frankenalb-Klinik Engelthal, die wiederum zu den Bezirkskliniken Mittelfranken gehört.
In der vergangenen Woche weihten Dr. Matthias Keilen, Vorstand der Bezirkskliniken Mittelfranken, Prof. Dr. Thomas Kraus, Chefarzt der Frankenalb-Klinik Engelthal, und Oberärztin Dr. Konstantina Pfarrer, Fachärztliche Leiterin der Psychiatrischen Institutsambulanz/Substitutionsambulanz in Nürnberg, die neuen Praxisräume feierlich ein. Bei diesem Anlass begrüßten sie neben Vertreterinnen und Vertretern aus dem Gesundheitswesen und der Politik auch Peter Daniel Forster, Bezirkstagspräsident des Bezirks Mittelfranken und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Bezirkskliniken Mittelfranken.
Angebot
Die Psychiatrische Institutsambulanz/Substitutionsambulanz in Nürnberg bietet eine umfassende Betreuung für opiatabhängige Menschen ab 18 Jahren. Das interdisziplinäre Team, bestehend aus Ärztinnen, Ärzten sowie psychologischen, sozialpädagogischen und therapeutischen Fachkräften, behandelt Patientinnen und Patienten ambulant, die aufgrund einer schweren Drogenabhängigkeit mit psychiatrischer Komorbidität eine spezialisierte Versorgung benötigen.
Zu den zentralen Aufgaben gehören die Substitutionstherapie mit legalen Ersatzstoffen wie Levomethadon, Methadon oder Buprenorphin sowie die Behandlung der begleitenden psychiatrischen Erkrankungen. Zusätzlich zur medizinischen Versorgung bietet die PIA therapeutische Einzel- und Gruppengespräche an und arbeitet eng mit ambulanten Diensten wie dem Sozialpsychiatrischen Dienst und Suchtberatungsstellen zusammen.
„Unser Ziel in der Substitutionstherapie ist es, den Patientinnen und Patienten durch die Vergabe eines legalen Ersatzstoffes zu helfen, vollständig von den Drogen wegzukommen oder zumindest den illegalen Konsum zu vermeiden“, erklärt die Fachärztliche Leiterin und Oberärztin Dr. Konstantina Pfarrer. „Damit wollen wir nicht nur ihre Gesundheit verbessern, sondern ihnen auch ein besseres Leben ermöglichen – ohne Suchtdruck und Beschaffungskriminalität, dafür mit stabilen Arbeitsverhältnissen und intakten familiären Beziehungen.“
Geschichte
Die Substitutionsambulanz in Nürnberg als Außenstelle der Frankenalb-Klinik Engelthal blickt auf eine fast 25-jährige Geschichte zurück. Sie wurde im Jahr 2001 als sog. SubstAnz von der Frankenalb-Klinik Engelthal in Kooperation mit mudra e.V. (Subway) gegründet – 2021 wurde sie zur Psychiatrischen Institutsambulanz Nürnberg umgewandelt. Seit dem 1. Juli 2024 befindet sich die Substitutionsambulanz als PIA an ihrem neuen Standort am Plärrer in Nürnberg.
„Dank der neuen Räumlichkeiten haben wir die Möglichkeit, unser Angebot weiter zu diversifizieren und auszubauen“, erklärt Prof. Dr. Thomas Kraus, Chefarzt der Frankenalb-Klinik Engelthal. „Wir können nun vermehrt Gruppenbehandlungen anbieten und parallele Substitutionstherapien in verschiedenen Räumen durchführen. Derzeit planen wir, die Anzahl der Patientinnen und Patienten von 75 auf 125 zu erhöhen. Das ist eine gute Nachricht für viele Menschen im Raum Nürnberg, die unter einer Drogenkrankheit leiden und bisher keinen Platz für eine Substitutionstherapie gefunden haben.“
