Erlangen – Beim Festakt im Klinikum am Europakanal in Erlangen feierten die Bezirkskliniken Mittelfranken drei Meilensteine an einem Tag: ihr 20-jähriges Jubiläum, das Richtfest für Bauabschnitt Eins und die Einweihung von Bauabschnitt Null des Generalausbauplans. Dabei wurde deutlich: Hier entstehen nicht nur neue Gebäude, sondern die umfassende medizinische Versorgung von morgen – mit Hightech, Umweltbewusstsein und individualisierten Prozessen.
Davon überzeugten sich Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Joachim Herrmann, Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, und Peter Daniel Forster, Bezirkstagspräsident des Bezirks Mittelfranken und Verwaltungsratsvorsitzender der Bezirkskliniken Mittelfranken. Stinne Fronius, Kaufmännische Vorständin der Bezirkskliniken Mittelfranken, und Dr. Matthias Keilen, Vorstand Medizin der Bezirkskliniken Mittelfranken, präsentierten den Gästen die Fortschritte der Generalausbauplanung.
20 Jahre Bezirkskliniken Mittelfranken
Mit der Gründung der Bezirkskliniken Mittelfranken als Kommunalunternehmen vereinigten sich 2005 die drei psychiatrischen Fachkrankenhäuser in Ansbach, Erlangen und Engelthal sowie zwei Soziotherapeutische Wohnheime unter einem Dach. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Klinikverbund zu einem unverzichtbaren Teil der Gesundheitsversorgung in Mittelfranken entwickelt.
Heute umfasst er neun Kliniken, zwölf psychiatrische Institutsambulanzen, sieben Tageskliniken und zwei Soziotherapeutische Wohnheime und steht für eine wohnortnahe Patientenversorgung.
Peter Daniel Forster, Bezirkstagspräsident des Bezirks Mittelfranken und Verwaltungsratsvorsitzender der Bezirkskliniken Mittelfranken, ist überzeugt, dass der Zusammenschluss eine weitsichtige Entscheidung war: „Die Bezirkskliniken Mittelfranken haben sich in den vergangenen 20 Jahren außerordentlich weiterentwickelt und sind heute als Verbund sehr gut aufgestellt. Das ist auch die gemeinsame Leistung der rund 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie alle tragen dazu bei, dass das Kommunalunternehmen heute so erfolgreich ist und zu den attraktivsten Arbeitgebern in der Region zählt.“
Kurs Zukunft: Generalausbau schafft Klinik von morgen
Die gemeinsame Gestaltung der Zukunft liegt auch Dr. Matthias Keilen, Vorstand Medizin der Bezirkskliniken Mittelfranken, am Herzen: „Wer morgen eine Patientenversorgung auf höchstem Niveau anbieten möchte, muss heute investieren – in Personal, Digitalisierung und Neubauten. Die Generalausbauplanung am Klinikum am Europakanal ist eines unserer Leuchtturm-Projekte. Bis Mitte der 2030er-Jahre entsteht hier eine der modernsten psychiatrischen und neurologischen Kliniken Bayerns.“ Stinne Fronius, Kaufmännische Vorständin der Bezirkskliniken Mittelfranken, betont: „Ambitionierte Projekte benötigen starke Partner. Nachdem die Bayerische Staatsregierung bereits den Bauabschnitt Eins mit fast 40 Millionen Euro gefördert hat, freuen wir uns nun über die Zusage weiterer Fördergelder für den Bauabschnitt Zwei in Höhe von fast 62 Millionen Euro. Vielen Dank für diese kontinuierliche Unterstützung.“
„Und diese Investitionen greifen bereits“, ergänzt Dr. Matthias Keilen. „Das zeigt sich unter anderem in unserer neuen Hightech-Apotheke. Das bestätigt uns auf unserem Kurs und gibt Rückenwind für die nächsten Schritte.“
Vorreiter bei der digitalen Arzneimittelversorgung
Für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu sorgen, ist einer der wichtigsten Aufträge einer Klinik. Digitalisierung kann heute entscheidend dazu beitragen, menschliche Fehler zu vermeiden. Deswegen haben sich die Bezirkskliniken Mittelfranken bei der neuen Apotheke im Bauabschnitt Null für das Closed-Loop Medication Management (CLMM) entschieden. Das System verknüpft alle Schritte der Medikation – von der Verordnung bis zur Verabreichung – und schafft so mehr Sicherheit und Transparenz. Damit zählen die Bezirkskliniken Mittelfranken deutschlandweit zu den Vorreitern einer digitalen Arzneimittelversorgung.
Das System ist so sicher, weil es alle Medikamente für jede Patientin und jeden Patienten automatisiert, portionsweise und tagesgenau verpackt. Jede dieser Verpackungen – sogenannte Blister – enthalten genau die Arzneimittel, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eingenommen werden sollen. Vollautomatisierte Blisterautomaten stellen die Medikamente zusammen.
Bereits bei der Verordnung prüft eine Software automatisch auf mögliche Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten. KI-gestützte Analysen können zusätzlich unterstützen, indem sie die Behandlung fortlaufend überwachen und bei Auffälligkeiten Hinweise geben.
Jeder Blister ist mit dem Namen der Patientin oder des Patienten, den verordneten Medikamenten, Datum und Uhrzeit der Einnahme, einem QR-Code, der zum Beipackzettel führt, sowie einem CLMM-Barcode zur digitalen Nachverfolgung versehen.
Bis 2026 wollen die Bezirkskliniken Mittelfranken mit der Einführung des „Scan for Safety“ den Medikationskreislauf (Loop) vollständig schließen. Vor der Verabreichung wird dann durch einen Barcode am Patientenbett oder Armband noch einmal überprüft, dass die richtige Person das richtige Medikament erhält.
Die Apotheke ist nicht nur für das Klinikum am Europakanal eine entscheidende Weiterentwicklung, sondern für den gesamten Klinikverbund, denn künftig wird sie alle Standorte beliefern. Am Festakt wurde die Apotheke zusammen mit der neuen Küche und dem neuen Mitarbeitercasino eingeweiht – mit Segensworten und der symbolischen Übergabe von Brot und Salz.
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach betont: „Damit die Krankenhäuser auch in Zukunft eine moderne und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung bieten können, investiert die Bayerische Staatsregierung kontinuierlich in den Ausbau der Krankenhausversorgung – gerade auch im Bereich Psychiatrie. Der Freistaat stellt alleine für die ersten drei Teilabschnitte des Generalausbaus des Klinikums am Europakanal in Erlangen insgesamt über 100 Millionen Euro aus dem Krankenhausförderetat zur Verfügung. Es ist Geld, das sehr gut angelegt ist – für die Entwicklung des Klinikums, aber vor allem für die Menschen in der Region.“
Patientenorientierte Architektur fördert den Heilungsprozess
Mit dem Richtfest des Bauabschnitts Eins feierten die Bezirkskliniken Mittelfranken einen weiteren Meilenstein des Generalausbaus. Auf einer Gesamtfläche von 10.267 m² entsteht in diesem Bauabschnitt das erste große Bettenhaus mit sechs Stationen und zentralen Therapiebereichen. Der helle, freundliche Neubau fördert Heilungsprozesse und schafft eine Umgebung, in der sich Patientinnen und Patienten wohlfühlen. Insgesamt bietet er Platz für 144 Menschen.
„Die Bezirkskliniken Mittelfranken haben bei diesem Festakt allen Grund zu feiern. Als Verbund haben sie in den vergangenen 20 Jahren die psychiatrische Gesundheitsversorgung in Mittelfranken maßgeblich geprägt und ausgeweitet. Patientinnen und Patienten wird seither die bestmögliche individuelle und wohnortnahe Gesundheitsversorgung auf medizinischem Spitzenniveau geboten. Mit dem Neubau sind die Bezirkskliniken Mittelfranken weiterhin auf dem Weg hin zu den modernsten psychiatrischen und neurologischen Kliniken Bayerns. Hier sind alle Patientinnen und Patienten optimal versorgt und in den besten Händen“, unterstreicht Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.
Der Generalausbau des Klinikums am Europakanal
Die Generalausbauplanung erneuert den Standort Erlangen grundlegend: Bis Mitte der 2030er-Jahre entsteht hier eine komplett neue Klinik. Bauabschnitt Eins soll bis 2027 abgeschlossen sein. Anschließend sehen die Planungen vier Stationen, zwei Tageskliniken und zusätzliche Therapieflächen, einen Kopfbau mit Psychiatrischer Institutsambulanz und Radiologie sowie eine Neurologie vor.
