Mit wenig Aufwand viel erreichen

Ehrenamtliche Laienhelferinnen und Laienhelfer am Bezirksklinikum Ansbach

 

Seit über 40 Jahren bringt die Laienhilfe Abwechslung in den Stationsalltag. Zwölf Frauen und Männer besuchen derzeit regelmäßig verschiedene Stationen, meist zu zweit oder zu dritt, um mit den Patientinnen und Patienten zu singen, zu spielen und sich zu unterhalten. Ihr Besuch ist eine willkommene Unterbrechung und Unterstützung für die Stationen, denn sie schenken etwas ganz Kostbares: Zeit. Ein Gespräch mit den Helferinnen und Helfern über Ziele, Erfahrungen und wie man selbst aktiv werden kann.

„Begonnen hat unsere Arbeit mit dem Zweck, eine Brücke zwischen Außenwelt und Klinik zu schlagen“, erklärt Heide Petruch. Seitdem hat sich viel verändert: die großen Schlafsäle sind gewichen, ambulante Angebote wurde ausgeweitet. Friederike Nagel, selbst seit beinahe vier Jahrzehnten als Laienhelferin tätig, erinnert sich: „Früher gab es überhaupt keinen Kontakt nach draußen. Die Patienten waren auf geschlossenen Stationen, viele hatten keinen Besuch von Angehörigen.“ Nach der Psychiatriereform änderte sich nicht nur der Alltag auf den Stationen, sondern auch der Einsatz der Laienhelferinnen und Laienhelfer. Margit Böhmer-Böckeler, langjährige Pastoralreferentin am Bezirksklinikum Ansbach, erläutert die unterschiedlichen Einsatzgebiete: „Besuche der Laienhelfer finden derzeit im Bereich der Gerontopsychiatrie und Soziotherapie sowie in der geriatrischen Rehabilitation statt.“

Die beiden Seelsorgerinnen Frau Böhmer-Böckeler und Frau Rehm-Kuhn, Evangelische Pfarrerin am Bezirksklinikum Ansbach, unterstützten die Ehrenamtlichen, indem sie als Gesprächspartner zur Verfügung stehen und regelmäßige Treffen gestalten, die von den Ehrenamtlichen immer sehr gerne besucht werden. „Wir haben eine sehr große Verbundenheit in der Gruppe selbst“, beschreibt Erika Burchardt-Gesche. Neue Mitarbeiter in der Laienhilfe werden von der Seelsorge eingeführt. Dazu meint Frau Rehm-Kuhn: „Es ist sehr wichtig, dass Interessierte und neue Mitarbeiter gut begleitet werden und genügend Reflexionsmöglichkeit haben, um herauszufinden, ob dieses Ehrenamt für sie das Richtige ist oder nicht.“ „Man kann sich die Besuchstermine ganz individuell einteilen.“, betont Elke Remagen. Die Gestaltung und Auswahl der Aktivitäten obliegt auch jedem Laienhelfer bzw. jedem Besuchsteam selbst: „Unsere Arbeit ist sehr vielfältig. Manchmal lesen wir Witze vor oder bringen jahreszeitlich passende Bastelsachen mit. Manchmal hören wir auch einfach nur zu und unterhalten uns mit den Männern und Frauen“, beschreibt Erika Burchardt-Gesche, die früher selbst als Krankenschwester im Bezirksklinikum Ansbach gearbeitet hat. Heute besucht sie einmal pro Woche vorwiegend Demenzerkrankte. Gemeinsam wird gebastelt, gesungen und gespielt.

„Wir schenken ein Stück Normalität, einen positiven Nachmittag. Mit wenig Aufwand können wir sehr viel erreichen!“ Zeit und Freude schenken, so kann man die Arbeit der Laienhelferinnen und Laienhelfer beschreiben. Sie ist ein fester Bestandteil des Wochenplanes auf einigen Stationen. Doch es fehlt an Nachwuchs Mit 88 Jahren ist Rita Pötschel das älteste Mitglied der Laienhelfergruppe in Ansbach. Die Dankbarkeit der Patienten motiviert sie und bestärkt sie in ihrer Arbeit: „Wenn die Stunde zu Ende ist, sagen sie zu mir: ‚Es war so schön‘.“ Laienhelfer kann grundsätzlich jeder/jede werden, der/die gerne mit Menschen in Kontakt kommt. „Wichtig ist, dass die Besuche regelmäßig stattfinden. Das kann auch alle 14 Tage oder am Wochenende sein, aber eine Kontinuität ist sowohl für das Personal, als auch für die Patienten wichtig“, so Böhmer-Böckeler. Interessierte können sich jederzeit an die Klinikseelsorge wenden und zu einem Informationsgespräch und zum „Schnuppern“ vorbeikommen. Dann können sie ein erfahrenes Team begleiten und erhalten so einen ersten Einblick in die Arbeit. Eine psychische Stabilität ist eine weitere Voraussetzung. Eigene Probleme dürfen die Besuche nicht beeinträchtigen. Das Alter spielt keine Rolle – vom Studenten bis zum Rentner ist jeder herzlich willkommen. „Zusammen suchen wir eine geeignete Station und besprechen die Rahmenbedingungen. Zudem finden Seminare für die Ehrenamtlichen der Laienhilfe statt, in welchen Interessierte mehr über das Thema lernen können. Gleichzeitig sind solche Veranstaltungen für bereits erfahrene Ehrenamtliche eine gute Austauschplattform“, weiß Margit Böhmer-Böckeler. Wenn Sie nun Lust haben, selbst aktiv zu werden und sich in der ehrenamtlichen Laienhilfe in Ansbach zu engagieren, wenden Sie sich an die Klinikseelsorge.

 

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