Klinikclown "Rosa Schmutz"

Humor in der Klinik

Im Jahr 2017 startete unsere Erlanger Klinik ein Pilotprojekt für die geriatrischen Abteilungen. Ein speziell ausgebildeter Krankenhaus-Clown besuchte in regelmäßigen Abständen die Patienten. Das Projekt war so erfolgreich, dass es jetzt ein fester Bestandteil des Klinikangebotes ist.

 

Wie kann man sich den Besuch des Krankenhaus-Clowns vorstellen?

Der Krankenhaus-Clown zieht seine „Berufskleidung“ an, schminkt sich und erkundigt sich beim anwesenden Personal nach aktuellen Besonderheiten der Patienten. Danach beginnt er seinen Spaziergang über die Station. Er fragt an jeder Tür ob er hereinkommen kann und orientiert sich dann an der Situation im Zimmer. Durch improvisiertes Spiel, kleinen Zaubertricks, Singen und Musizieren gelingt es ihm, neue Impulse im oft eintönigen Tagesablauf zu setzen und depressive Stimmungen aufzuhellen. Er sorgt für neuen Lebensmut und regt die Erinnerungs- und Kommunikationsfähigkeit an. Besonders geschätzt werden die vielen Umarmungen und die Zeit, die er zu verschenken hat. Der Besuch dauert pro Station etwa 1 Stunde, die individuelle Besuchslänge variiert und hängt ebenfalls von der Situation ab.

 

Wie oft finden Clownsbesuche statt?

Unser Krankenhaus-Clown besucht die jeweiligen Einsatzorte in Erlangen in einem festgelegten Rhythmus, derzeit monatlich auf der Gerontopsychiatrie, auf der Demenzstation seltener, aber immer regelmäßig. 

 

Warum ein Clown in der Gerontopsychiatrie?

Die meisten kennen Krankenhaus-Clowns von Kinderstationen, jedoch kaum von Gerontopsychiatrischen Stationen. Der Clown unterscheidet nicht zwischen jung und alt. Er nimmt sein Gegenüber so wie es ist, bei ihm darf man unlogisch sein. Ihn interessiert nicht, ob der Inhalt eines Gespräches durcheinander ist oder ob jemand etwas nicht kann. Es geht darum zu erahnen, was der Mensch gegenüber für ein Bedürfnis hat. Das kann der Wunsch nach Spaß und Lachen sein, aber viel häufiger sind es Gespräche, die unseren Clown als guten Zuhörer fordern. Dabei ermöglicht die Besonderheit der Figur des Clowns auch das Ansprechen schwieriger Themen wie Einsamkeit und Tod. Durch diese persönliche Zuwendung fördern diese Besuche das Wohlbefinden der Patienten.

 

Kommen unterschiedliche oder mehrere Clowns?

Nein. In unserer Klinik haben wir uns für einen festen Krankenhaus-Clown entschieden: Rosa Schmutz (Susan Hartinger). Besonders bei verwirrten Senioren ist der wohltuende Wiedererkennungseffekt zu beobachten, wenn immer die gleiche Person kommt. Zu besonderen Gelegenheiten kann es aber vorkommen, dass Clown Rosa einen „Freund“ mitbringt.

 

Mögen alle den Krankenhaus-Clown ?

Alle Patienten werden vorher über den Besuch des Clowns informiert. So mancher Patient wartet schon auf ihn, doch natürlich ist er nicht in jedem Zimmer willkommen. Jeder hat das Recht selber zu entscheiden, ob er Kontakt zu ihm möchte.

 

Wer bezahlt das?

Die regelmäßigen Clownsbesuche werden hauptsächlich durch Spenden finanziert. Davon wird die Arbeit des speziell ausgebildeten Clowns bezahlt und kleine Geschenke für die Patienten, welche Rosa Schmutz verteilt. Es gibt keine staatlichen Zuschüsse. Wir freuen uns über jede finanzielle Spende um dieses Projekt weitermachen zu können. 

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